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Nach dem Abspann

Nightcrawler — Ehrgeiz ohne Gewissen

Jake Gyllenhaal macht Ehrgeiz unheimlich. Ein düsterer, packender Blick auf jemanden, der die schlimmsten Nächte anderer zum Geschäft macht.

Nightcrawler — ambition without a conscience

Spoilerfreie Rezension.

Jake Gyllenhaals Lou Bloom wirkt verstörend, bevor viel geschieht. Der aufmerksame Blick, die kontrollierte Höflichkeit und die wie auswendig gelernten Erfolgsratschläge: Selbst vernünftige Worte klingen falsch.

Lou filmt nachts Tatorte in Los Angeles und verkauft die Aufnahmen an Fernsehnachrichten. Dan Gilroy zeigt diese Arbeit als schmutzig und konkurrenzgetrieben. Die nächtliche Stadt lockt aus der Ferne; das Geschäft darin tut es nicht.

Die Dialoge gefallen mir am besten. Lou spricht begeistert von Chancen, Verbesserung und beruflichen Beziehungen, bis diese Begriffe bedrohlich werden. Gyllenhaal macht ihn dabei kaum sympathischer. Rene Russo hält stark dagegen, besonders wenn verhandelt wird, was jemand zu akzeptieren bereit ist.

Der Film ist düster und packend. Seine Aussage über Ehrgeiz und den Markt für Leid steht allerdings früh fest. Später hätte ich mir mehr Widersprüche gewünscht, statt weitere Belege. Die Hauptdarstellung hielt mich auch dann fest, wenn sich die Idee wiederholte.

7/10. Eine sehr starke Darstellung in einem scharf beobachteten Thriller. Lous ruhige Sprache ist oft unheimlicher als die Bilder, die er verkaufen will.

Regie: Dan Gilroy · 2014 · Englisch. Filminformationen · Plakatquelle. Bildmaterial © der jeweiligen Rechteinhaber.

7/10
Mein Urteil

Jake Gyllenhaal macht Ehrgeiz unheimlich. Ein düsterer, packender Blick auf jemanden, der die schlimmsten Nächte anderer zum Geschäft macht.

— Desly