Mr. Nobody — zu viele mögliche Leben
Ein fantasievoller Film über Entscheidungen und ungelebte Leben. Stellenweise schön, doch manchmal verdrängen die Ideen die Menschen.
Ein fantasievoller Film über Entscheidungen und ungelebte Leben. Stellenweise schön, doch manchmal verdrängen die Ideen die Menschen.

Spoilerfreie Rezension.
Mr. Nobody fragt, wie das Leben nach einer anderen Entscheidung ausgesehen hätte, und belässt es nicht bei einer Möglichkeit. Diese Frage könnte einen ganzen Nachmittag füllen.
Jaco Van Dormael verbindet mögliche Leben mit visueller Fantasie. Ein Schnitt, ein wiederkehrendes Bild oder ein Ortswechsel lässt sehr verschiedene Wege zusammengehören. Mir gefällt diese Freiheit, besonders wenn Bilder die Idee tragen dürfen.
Die Struktur steht sich aber auch im Weg. So viele Möglichkeiten konkurrieren, dass manche Beziehung eher ein Argument illustriert, als Menschen kennenzulernen. Jared Leto gibt dem Film eine beständige Präsenz; die emotionale Verbindung bleibt wechselhaft.
Auch die Dialoge sind gemischt. Einige treffen die Unsicherheit einer Lebensentscheidung. Andere erklären große Ideen zu sauber, obwohl die Bilder längst genügten. Ich wollte länger in einzelnen Momenten bleiben und weniger hören, was sie bedeuten könnten.
7/10. Ehrgeizig, stellenweise schön und wegen seiner Fantasie sehenswert. Die Fragen gefallen mir beständiger als die Anordnung der Antworten.
Regie: Jaco Van Dormael · 2009 · Englisch. Filminformationen: Magnolia Pictures. Plakatgestaltung © der jeweiligen Rechteinhaber.
Ein fantasievoller Film über Entscheidungen und ungelebte Leben. Stellenweise schön, doch manchmal verdrängen die Ideen die Menschen.
— Desly